Bundeswehr

Eines vorweg, damit kein falscher Eindruck über mich entsteht: Auf die Zeit bei der Bundeswehr hätte ich gerne verzichtet. Leider kann man den Staat wegen Verschwendung von Zeit und Verdummung nicht verklagen.

Da hier immer wieder Leute landen, die nach Dingen wie “Versetzungsantrag” oder “Ränge” suchen, hier eine kleine Erläuterung:
Versetzungsantrag: Da musst du mit deinem Spieß reden. Lasse dich aber nicht abwimmeln! Nenne ihm schon mal gute Gründe, die eine Versetzung rechtfertigen.


Ränge: Besser genannt: Dienstgrade. Ausführlich unter folgender Adresse zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgrade_in_der_Bundeswehr
Für alle anderen Fragen stehen einem Seiten der Bundeswehr zur Verfügung: http://www.bundeswehr.de/

Wenn du “Gründe, um zur Bundeswehr zu gehen” suchst, dann lasse dir folgendes von mir sagen:
Wenn du einen Job in der freien Wirtschaft finden kannst, dann bleib der Bundeswehr fern. Die Bundeswehr ist ein starres Geflecht, welches die Arbeiter ausbremst und zu dahinvegetierenden Personen werden lässt. Wenn du ein Typ bist, der unter Minderwertigkeitskomplexen leidet und du es geil findest, eine Knarre in der Hand zu halten, dann bist du da genau richtig. Allerdings würde ich dir einen Auslandsaufenthalt in Afghanistan empfehlen, weil du sonst nicht oft die Chance haben wirst, eine Waffe in der Hand zu halten.
Ach ja, die Wehrpflicht an sich ist eigentlich Schwachsinn. Das, was man dort lernt, hat man bald wieder vergessen. Und wenn man schon eine berufliche Ausbildung hat und etwas kann, dann wird man garantiert nicht dort eingesetzt, wo man gebraucht werden kann.

Meine Grundausbildung (AGA) 3. Quartal 04 in Kastellaun und mein Zeit in der Stammeinheit (Köln)

Wie man sich auch die Zeit bei der Bundeswehr vorstellen mag, man muss sie erlebt haben. Es gibt zwei Zeiträume, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Eines aber vorweg: Es war reine Zeitverschwendung. Ich wär auch nicht freiwillig hingegangen, da ich nicht der Typ für sowas bin. Leider musste ich. Hatte keine Lust auf Ziwi.

Die Grundausbildung
Zur Grundausbildung musste ich nach Kastellaun, ein kleines verschlafenes Kaff eine Stunde entfernt von Koblenz. Viel Wald, Berge und jede Menge Langeweile. Ist halt Hunsrück. Dort gab es eine kleine Funker-Kaserne, in der das 7. Fernmeldebataillon 282 untergebracht war. Da hieß es jeden Freitag, wenn es für’s Wochenende nach Hause ging, so schnell wie möglich mit dem Auto über die A61 und die A4 nach Aachen zu heizen, egal ob sich irgendwelche Hindernisse im Weg befanden. In dieser kleinen Kaserne habe ich also meine Grundausbildung “genossen”. Das hieß, um 5 Uhr morgens aus dem Bett geworfen zu werden, Liegestütze zum Aufwärmen zu machen, zum Frühstück hin und wieder zurück zu joggen und dabei versuchen, das Essen bei sich zu halten, im Gefechtsanzug mit dem G3 (ein sehr altes Gewehr) durch den Schlamm zu robben, in 5 Minuten Mittag zu essen, drei mal am Tag die Stube zu schrubben und um 18 Uhr, wenn alles gut ging, frei zu bekommen. Ich bin froh, dass ich diese Zeit mit meinen Leidensgenossen irgendwie überstanden habe. Nun kommt mir die Schulzeit wie Dauerurlaub vor. Ja, die Bundeswehr härtet einen ab, macht aber auch dümmer. Mein IQ sank um mindestens die Hälfte. Wir hatten ernste Probleme unseren Abschlussbericht zur Grundausbildung in einer grammatikalisch korrekten und leserlichen Form zu schreiben.

Noch ein Tipp für alle zukünftigen Funker: Wenn der Satz erschallt: “Wir benötigen Freiwillige!”, dann auf keinen Fall melden. Da kommt nix Gutes dabei raus!

Von den Ausbildern angeschrien zu werden, wird zur alltäglichen Sache. Denen kann es nie schnell genug gehen. Das Problem sind allerdings sie selbst. Meistens sind diese nämlich ziemlich inkompetent und können sich nicht abstimmen. Das führt dazu, dass man nicht weiß, welchen Befehl man nun auszuführen hat. Ganz schlimm wird es erst, wenn man Fahnenjunker, die in der Ausbildung sind, als Vorgesetzte hat. Denn die wissen gar nix!

Es gibt sogar eine Sache, die ich dort gelernt habe: Putzen. Wir Rekruten haben immer unsere Stuben geputzt, wenn unseren Ausbildern nichts mehr einfiel, wie sie uns beschäftigen konnten. Und diese waren leider sehr einfallslos!
Wir Rekruten haben das Putzen allerdings etwas anders genannt: “Schmutz tarnen”. Hauptsache die Ausbilder waren zufrieden. Fies wurde es aber erst, wenn die Ausbilder der Meinung waren, sie müssten uns eine Lektion verpassen. Dann krochen die sogar unters Bett und gingen mit dem Finger an der Fußbodenleiste entlang, pusteten einem dann den Staub ins Gesicht und fragten: “Na, sehen Sie mich noch???!”. Dann hieß es immer: “Mängel abstellen!!” und dieser Spruch kam leider sehr oft. Wenn die einen schwitzen lassen wollten, dann haben die einen Weg gefunden. Das war die einzige Sache, worin die gut waren.

Highlight: Kotzen-in-Formation
Wenn mal wieder irgendwelche Typen (Rekruten) Scheiße gebaut haben (und das kommt bei bekifften Typen öfters vor, kein Scherz, manche konnten die Finger nicht von Drogen lassen und konnten dadurch nie beim Schießen mitmachen) hieß es mal wieder Kollektiv-Strafe. Eigentlich sind Kollektivstrafen ja verboten, da diese schließlich ungerecht sind. Aber da müssten sich ja die Vorgesetzten Gedanken über eine sinnvolle Bestrafung machen. Da diese dazu keine Lust haben, überließen sie das dem Zug. Um dafür die nötige Motivation bei uns zu erzeugen, ließen sie uns direkt nach dem Frühstück erst mal eine Runde durch die Kaserne laufen. Zum Glück habe ich einen ganz guten Magen. Andere nicht. Und so fielen nach und nach Rekruten aus.
Das ist ein ganz witziges Bild, wenn eine Gruppe von 40-50 Personen in Reih und Glied durch die Kaserne joggt und einer nach dem anderen plötzlich die Formation verlassen und sich übergeben muss.
Ich muss nicht extra erwähnen, dass es den Veranlassern der Aktion danach auch nicht gut ging ;-)

Zimmerbelegung:
Aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen nahm die Zugstärke in den letzten Jahren wohl immer weiter ab. Dadurch waren die Zimmer nicht komplett belegt. Die quietschenden Drahtgeflecht-Doppelbetten, bei denen man immer Angst haben musste, sich in den Federn zu verfangen, waren reduziert, aber wir wussten nicht, wie in dieses kleine Zimmer noch mehr Betten und Spinte reinpassen konnten, und es war ein Bett frei. Ich hatte Glück und habe mir ein Doppelbett für mich alleine gesichert. Das hatte den Vorteil, dass ich nicht Angst haben musste, dass es plötzlich von oben durchtropft, wenn sich ein paar die Kante gegeben hatten.
Wir hatten einen Typen auf dem Zimmer, der ist für mich unvergesslich: Er hatte gelogen, dass sich die Balken bogen. Ob es krankhaft war, weiß ich nicht. Er hatte weder einen Hauptschulabschluss, einen getunten Roller (Auto macht da mehr her übrigens), noch hat sich bei Dell die neusten High-End PCs bestellt.
Ach ja, er behauptete, er hätte ne Freundin, die ein Kind von ihm erwartete. Auch gelogen.
Naja, die Grundausbildung hat er auch nicht bestanden, weil sein Drogentest immer positiv war. Idiot.
Ich muss ja nicht extra erwähnen, dass die Einnahme von Drogen nicht von hoher Intelligenz zeugt.
Am schönsten war es mit ihm, als er sich aus Faulheit vorm Duschen drückte. Er stank nach einer Weile so bestialisch, dass sein Bettnachbar unter ihm nicht mehr schlafen konnte. Wir haben uns bei den Vorgesetzten beschwert, die daraufhin handelten. Er bekam eine Frist in der er dies zu erledigen hatte. Ein Feldwebel hat dies sogar vor der Dusche auf einem Stuhl sitzend überprüft.

Das nächtliche Aufsteh-Syndrom
Irre, für andere lustig, für einen selbst lästig und erschreckend.
Das Syndrom: Der Stress, dem man ständig ausgesetzt ist, quasi immer bereitstehen zu müssen, auch wenn man nachts schläft, führt dazu, dass man nachts nicht richtig schläft, mitten in der Nacht aufwacht, im Halbschlaf Stimmen hört, aufsteht, sich anzieht, seine Kameraden weckt und der festen Überzeugung ist, dass man sich seine Ausrüstung anziehen muss und rausgehen muss.
Aber meistens kam man selbst auf den Gedanken, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn man mit Latschen halb angezogen draußen auf dem Flur stand und horchte, ob sich etwas rührt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir alle mal an der Reihe waren.
Blöd ist, wenn man bei der Freundin übernachtet, und nachts plötzlich aufsteht und der festen Überzeugung ist, Patrouille im Wald laufen zu müssen (Manöver-Kram).
Einmal, als wir mal wieder nachts auf dem Flur standen, und darauf warteten die Stube abmelden zu können, kam einer halb schlafend aus der Stube mit samt seiner Bettdecke und Kopfkissen und meinte, es sei irgendwas damit nicht in Ordnung. Ich habe ihm dann erklärt, dass alles in Ordnung sei, und nach ein paar Minuten war alles wieder ok.

Das “Stehen bis einer umfällt”-Spiel
Ein weiteres Highlight der Grundausbildung ist die Vereidigung. Die sieht wie folgt aus: Alle neuen Rekruten versuchen im Gleichschritt (das sind dann zusammen 150 Rekruten, also fast unmöglich) zu einem Platz zu marschieren. Dort wird über 1 Stunde im “Stillgestanden” gestanden. In einer normalen Haltung ist das schon anstrengend. So ist das aber fast nicht auszuhalten. Man darf sich nicht rühren. Nur die Augen. Damit der Kreislauf nicht komplett zusammenbricht, haben die Ausbilder den Tipp gegeben, ab und zu die Waden anzuspannen.
Aber das nützt bei manchen nicht! Und da heißt es schon mal: “Rekrut fällt!”
Wir haben folgende Anweisungen bekommen: Merken wir, dass einem schlecht wird, also schwangt, einen leichten Schubs nach hinten geben und ihn dezent nach hinten durchreichen. Hinten wurden die Umgefallenen dann von den Sannis eingesammelt.

Nahrungsaufnahme im Schnelldurchlauf
Eine lustige Sache (ironisch gemeint) war eine weitere Bestrafung wegen irgendeiner Sache, die ich vergessen habe. Der Grund war auch nicht so wichtig, weil den Ausbildern immer irgendetwas nicht gepasst hatte.
Die Bundeswehr ist nämlich kein Ort für Freidenker!
Naja, und so wurden wir wie jeden Tag zum Essen geführt. In anderen Ausbildungskompanien bekamen die Rekruten eine Stunde Zeit zu ihrer eigenen Verfügung. Aber leider nicht in meiner. Jeden Tag wurden wir zum Frühstück, Mittag- und Abendessen hingeführt und wieder abgeholt. Wie kleine Kinder im Kindergarten, nur mussten die nicht im Gleichschritt dorthin stolpern. Das Marschieren im Gleichschritt war schon nervig, besonders wenn man einen Idioten hinter sich hatte, der einem die ganze Zeit in die Hacken trat, weil er kein Taktgefühl hat.
Nur diesmal hatte sich der Ausbilder etwas Nettes einfallen gelassen. Er drohte mit einer weiteren Strafe, wenn wir nicht nach seinem Lunch und vor seinem Erscheinen wieder in Formation vor der Kantine angetreten wären. Wann er beabsichtigte hier wieder zu erscheinen hatte er natürlich nicht gesagt. Normalerweise wurde einem nämlich der Zeitpunkt gesagt, wann man wieder dort zu stehen hatte.
Wir konnten uns schon ausmalen, was auf uns zukam und so beeilten wir uns mit dem Essen. Es gab zu unserer Freude Schnitzel mit Pommes. Was der Ausbilder jedoch verschwieg: Das Arschloch hatte nur einen Apfel zu sich genommen!
Denn die Ausbilder gingen eigentlich gesondert zum Mittagessen. (Denn die fühlten sich natürlich als was besseres).
Wir hatten natürlich während unseres Essens dies gesehen und haben das Schnitzel in uns hineingestopft so schnell es nur ging. Als unser Ausbilder nach 3 Minuten fertig war und sein Tablett abgeben ging, sind wir natürlich auch aufgestanden. Vor der Tablettabgabe bildete sich wie immer eine Schlange, die es hieß einzukalkulieren. Wir waren natürlich vom Arbeiten ziemlich hungrig und so haben wir teilweise im Stehen wartend vor der Abgabe noch unser Schnitzel gegessen. Als der Ausbilder zur Tür hinaus war, mussten wir ihn noch kauend natürlich einholen. Also rannten mindestens 10 Rekruten noch an ihm vorbei, um vor ihm an der Antretestelle zu sein. Es folgte das so ziemlich schnellste Ausrichten was ich je mitgemacht habe. Zum Glück hatte es noch einigermaßen hingehauen.

Relaxen – Jetzt wird abgehangen!
Auch Rekruten können, wenn sie Glück haben, eine Weile mal nichts tun. Aber nicht bei uns. Wir hatten dafür Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bekommen. Zum Beispiel Zelte reinigen. Also bewaffneten wir uns mit Schrubbern und Eimern und platzierten uns in den Technik-Bereich der Kaserne (Der Technik-Bereich jeder Kaserne sind die Fahrzeug-Unterstände meistens ganz hinten). Wir hatten einen Vorgesetzten gehabt, bei dem die Devise lautete: “Hey Jungs, macht mal langsam!”. Leider hatte ein Typ, der 2 Ränge über uns und mindestens 3 unter dem besagten Vorgesetzten war und einen Autoschlüssel für den Versorgungswagen hatte, einfach zu viel Zeit und leidete unter Minderwertigkeitskomplexe. Und so mussten wir, wie in der Ausbildung gelernt, Alarmposten aufstellen, die uns warnten, wenn der Typ mal wieder angefahren kam.
Das Arbeiten zog sich halt etwas in die Länge und wurde von mehreren Zigaretten-Pausen unterbrochen. Da ich Nichtraucher war, hatte ich mich halt etwas gesonnt.

Ränge sind was tolles
Ja, Ränge sind was tolles, denn nach unten kann man Treten. Und hier hätten wir wieder einen Grund, nicht zur Bundeswehr zu gehen. Denn der Rang sagt leider nichts über die Fähigkeit und Kompetenz desjenigen aus. Mit anderen Worten: Man kann General werden, aber trotzdem das größte Arschloch sein, das es gibt.

Im Laufschritt bis zum Umfallen
Wie das Sprichwort schon sagt. Mit Marschgepäck läuft es sich schlecht. Daher ließen wir uns alle nach vorne fallen, dann ließ es sich von alleine laufen :-) .

Wacheschieben
In der Grundausbildung muss jeder mindestens 3 mal Wache schieben, zu mindestens wenn man der einzige Zug im Gebäude ist. Das nennt sich “Gefreiter vom Dienst”. Man wechselt für eine Nacht in einen Raum neben dem Eingang des Gebäudes und schlägt die Zeit tot. Die “Arschkarte” hat man gezogen, wenn man am Wochenende da bleiben muss. Und die “Super-Arschkarte” hat man gezogen, wenn man wie ich nach 28 Tagen wieder am Wochenende Wache schieben muss, weil der Zug aufgrund der Fahnenflüchtigen und Dauerkranken exakt so viele Rekruten besitzt, dass sich das nie ändert.
Angst im Dunkeln? Da lernst du diese abzulegen, denn es gibt nichts spannenderes als nachts im Gebäude zu patrouillieren. Richtig spannend wird es, wenn man irgendwo Schatten sieht, die sich bewegen. Man weiß ja nie, was so für Typen in einer Kaserne rumschleichen.
Leider konnte ich meinen Dienst nicht durch den Funker Isselbächer vertreten lassen. Der hatte nämlich nichts besseres zu tun. Aber weil jeder seinen Dienst durch ihn vertreten lassen wollte, ging dem Spieß die Tauscherei auf den Geist und hat’s recht früh verboten.

bund1.jpg
Meine Kameraden beim Funkcode-Entschlüsseln. Kleine Übung, damit wir nicht einschlafen.

bund2.jpg
Der Alltag in der Grundausbildung war ziemlich hart. Daher mussten wir die spannenden Vorträge als Erholungszeit nutzen. (Das bin nicht ich)

bund3.jpg
Der Jung ist doch geradezu prädestiniert, Berufssoldat zu werden.

bund4.jpg
Essen fassen im Wald. Man musste dran denken, die Pötte nach dem Essen gut sauber zu machen, da man sonst das Essen von gestern mitaß. Lecker.

bund5.jpg
Ich in meiner Alltagskleidung im Stabsdienst. Mein verträumter Blick ist auf diese aufregende Tätigkeit dort zurückzuführen.

bund6.jpg
Häh? Kommt das wer. Wenn ja, dann nichts wie weg.

In der Stammeinheit
Nach den drei Monaten wäre ich in ein weiteres Kaff mitten in die Eifel versetzt worden. Darauf hatte ich aber keine Lust und habe einen Versetzungsantrag nach Aachen ins IT-Zentrum gestellt, wo Informatiker auch hingehören. Mit Aachen hatte es nicht geklappt, weil der Bearbeiter einen schlechten Tag hatte (Er hat’s mir persönlich sagen können, weil in meiner letztendlichen Stammeinheit die Entscheidungsstelle ihren Sitz hatte). Dafür kam ich nach Köln, in die Karnevalshochburg von Deutschland. Dies aber auch nur in letzter Minute quasi, weil in der Kaserne in Köln keiner ein Fax korrekt absetzen konnte. Die Pfeifen konnte ich später persönlich kennenlernen. Dort also wurde ich in der Poststelle eingesetzt, wo sonst setzt man einen Programmierer hin. Doch nicht ins Dezernat, wo er vielleicht sinnvoll gebraucht werden könnte. Neee, doch nicht bei der Bundeswehr.
Es gab wenig zu tun, was aber auch gut war, da ich mich in der freien Zeit mit meinem Laptop beschäftige. So blieb ich in meinem Beruf fit und verlor nicht ganz den Kontakt zur Geschäftswelt.

Amila-Marsch
Der Marsch war ganz ok, auch wenn meine Füße danach ziemlich kaputt waren. Um es erträglicher zu machen, habe ich mir einen kleinen Batterie-Radiowecker in die Feldjacke gesteckt, Antenne raus und dann gemütlich loslaufen.

Schießen – Alle in Deckung!
Während der Grundausbildung waren die Schießtage nicht so angenehm. Immer im Dauerlauf hin und zurück. Und die, die nicht mehr laufen konnten mussten in einer Trage dorthin und zurück getragen werden. Dies natürlich auch im Dauerlauf. Die Ausbilder hatten leider den Ehrgeiz einen Rekord aufzustellen. Zukünftige Generationen werden ihren Spaß haben.
In der Stammeinheit war das ganze echt cool. Wir hatten einen Pendelbus zur Verfügung bekommen und konnten mehr oder weniger freiwillig hingehen. Einfach eine Zeit aussuchen und dort ein bißchen Ballern. Die Stimmung war ganz gut, weil dies eine Büro-Kaserne war und angefangen beim Rekruten bis hin zum kurz vor der Pansion stehendem Soldat alles vertreten war. Einmal mussten wir mit der MP Zielschießen durchführen. Ansich mit der MP ganz einfach, weil die keinen Rückstoß besitzt, aber wenn das Rohr verbogen ist, nützt überhaupt nichts.

Hunsrück-Kaserne und Ausbildungsgebiet bei Google-Earth
Zukünftige Leidensgenossen können sich via Google-Earth schon mal mit dem Gebiet vertraut machen. Hier eine Datei mit Koordinaten: hunsrueckkaserne.kmz

bw2.jpg

bw1.jpg

15 Responses to “Bundeswehr”


  • Hi,
    sehr gut gelungen Dein Bericht ber den Wehrdienst.
    Auch ich war dor nicht nur in der AKP sondern verbrachte meinen ganzen 15 Monate (ja, damals warens noch 15) dort.
    Aber anscheinend sind die Ausbilder immer noch die gleichen Arschlcher wie damals.

  • huh, sclimm hrt es sich an und mist genau dahin muss ich ja am 2.1.08…..
    naja du hast es berlebt und deine Weistheit draus gezogen, werde es wohl auch machen…
    wrd nur gerne wissen ob es da nen fitnessraum gibt ein schwimmbad??? sauna??

    Gru dimi

  • Es gibt da einen Fitnessraum, aber du wirst garantiert keine Zeit haben ihn zu besuchen.
    Schwimmbad? Ja, allerdings befindet sich das in der freien Natur und du wirst hindurchgejagt. Dieses Bad nennt sich auch “Tmpel”. ;-)
    Sauna? Nein, brauchst du auch nicht, denn du wirst mehr schwitzen als du willst! Du wirst die Momente genieen in denen du mal nicht alles im Laufschritt erledigen musst.
    Also: Bundeswehr in der Grundausbildung ist kein Luxushotel. Erst in der Stammeinheit wirst du vielleicht Zeit fr Sport haben, den du machen willst.

  • huh das wird ein spa, naja danach weiss man was man am leben hat…grins

  • hmmm……….. ich war 86 fr 15 Monate in Kastellaun …. bei der 3./920 damals. Ich fand es recht entspannt und stressfrei. Fitnessrume etc hatten wir seinerzeit auf der Ami Airbase in Hahn ……… ok, da fliegt jetzt Ryan Air und nennt es “Frankfurt-Hahn” (hmmmm……… Frankfurt ist da ewig weit von weg). Loben musste ich zu meiner Zeit die Kantine. Alles relativ essbar und man bekam Nachschlag so viel man wollte!!!!!!! Die Frikadellen im Mannschaftsheim waren auch zu empfehlen!!!!!

    Hmmm ……… gibt es die Kaserne berhaupt noch??? Weiss da jemand was?

  • ja super voraussetzung ,ich bin vor kurtem t2 gemustert worden und wollte eigentlich hin aber wenn man sowas hrt gruss mikka

  • Hallo Sven,

    habe deinen Report von der Hunsrck-Kaserne gelesen. Kaum zu glauben, ich bin 1983 im November zur Grundausbildung dort gewesen, allerdings 3.Zug, im Gebude neben dem 4. (in der Mitte). Das ist bei den Jungs ja schlimmer als in einem Benediktiner-Kloster, da ndert sich ja in 25 Jahren gar nichts!

  • Es ist brigens durchaus mglich, dass ihr Glck habt und Ausbilder zugewiesen bekommt, die euch wie erwachsene Menschen behandeln. Kann sein. :-)

  • ich war damals von 10/1981 bis 12/1982 in der 3./920; unsere Ausbilder waren eigentlich in Ordnung, das Essen gut, leider waren wir nur eine (!) Nacht in den 15 Monaten drauen. Damals, mit 19 jahren htte ich es nicht geglaubt, da man 25 km am Stck gehen kann und heute laufe ich 73 km! Wir jungen waren ziemlich verweichlicht. Schlimm, weil eintnig war der Unterricht und ich erinnere mich an einen Morgen, der tdlich langweilig war, als Uffz Drflinger sagte: immerhin schon Dienstag, das ist schon viel wert… Das beste war der Orientierungsmarsch nach Treis-Karden im Dezember, den wir abgebrochen hatten, weil es so kalt und so glatt war (heute wrde ich mich darauf freuen); da bin ich halb verhungert aus Unkenntnis! Damals waren wir froh, als wir es hinter uns hatten, heute wrde ich darber lachen; da ich vorher noch kein Geld verdiente, kam ich mit den 300 Mark (?) eigentlich gut aus.

  • Hallo,

    wie oft kann man denn hchstens Wache am Wochenende haben ??
    Kann es auch passieren das man da ber mehrere Wochenenden bleiben muss ??
    Und wie sieht es aus mit Weihnachten und/oder Sylvester ????
    Hat man da auch Urlaub

    Gruss Andy

  • Wache kannst du theoretisch so oft haben, wie es Wochenende gibt. Da aber alle im Zug nach der Reihe drankommen, ist es hchst unwahrscheinlich, dass du an allen Wochenenden Wache schieben musst.
    Man hat an allen gesetzlichen Feiertagen auch frei. Der Kompaniechef schiebt normalerweise auch Brckentage zwischen Feiertag und Wochenende.

  • Ich habe nchste Woche AMILA-Marsch. Mal schauen, wie es bei mir wird. Hoffe, dass ich die Grundlage fr das Leistungsabzeichen legen kann (30km in 5h). Hat da noch jemand schnell ein paar Tipps (frs Laufen)?

  • Hallo Christian, da ich nicht wei, wie fit Du bist bzw. Erfahrung mit solchen lngeren Sachen hast, kann ich Dir nur folgende Tipps geben: vorher noch was essen, aber nicht zu viel und whrend des Marsches genug trinken; auerdem ist es wichtig, nicht zu schnell zu beginnen, denn ab ca. 20 km wird es hart.
    Andererseits ist es durchaus zu schaffen, wenn Du, nachdem Du warmgegangen bist, ab und zu ein Stck lufst, falls Du Dich aufraffen kannst. Wichtig ist: positiv denken und nicht stehen bleiben (auer beim trinken);
    Viel Glck!

  • hy leute
    kann mir mal einer ein paar tipps fr nen versetzungsantrag geben. sitze im stab direkt mit nem oberfeldarzt in einem bro. der job ist so langweilig den ganzen tag briefe sortieren. wrde liebend gerne in meine alte kaserne zurck wo ich meine AGA gemacht. habe weis aber nicht wie. kann mir bitte jemand helfen.
    chris

  • HI LEUTE
    ICH WAR VON 01/96-06/97 IN DER 7/FMRGT 920 IN KASTELLAUN.
    IN DER ZEIT HABE ICH 3 AULANDSAUFENTHALTE VON JE 3,4 MONATEN (TGLICH 80.- DM EXTRA SOMIT WAR MEIN GEHALT ALS HG GENAU SO HOCH WIE DAS EINES LEUTNANT IN DER KASERNE HIER IN DEUTSCHLAND)ES FOLGTEN (PIACHENZA SOLARIS UND FRANKREICH) DANACH UNZHLIGE SONDERAUSBILDUNGEN IN HAMMELBURG WILDFLECKEN SCHWARZENBORN USW. WAR NE GEILE SACHE SO IN DER WELT AUF STAATSKOSTEN RUMZUFLIEGENEN. ABER NATRLICH GAB ES AUCH BEI UNS DEN TGLICHEN DUMMFICK IRGENDWELCHER ARSCHLOCH VORGESETZTEN DAS LIESS ABER NACH DER GRUNDI SCHNELL NACH.ICH HTTE NOCH VIEL MEHR INS AUSLAND GEKONNT MEINE DIENSTZEIT LIEF ABER AUS. HRT SICH VERCKT AN ABER WIR HATTEN VIEL SPASS.UND FAST ALLES AN MATERIAL WAS WIR WOLLTEN (GEKON IFOR KONTIGENT)
    DIE BESTEN GRSSE AN ALLE VOM 2 ZUG OLT.VON DUNGEN (KEIN FERNMELDER SOLL BESSER SEIN)
    GRUSS CHRISTIAN

Leave a Reply